Archive for the 'technik' Category

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don norman

Donald Norman wird von Spiegel Online interviewt und schlägt vor, grundsätzlich die überlieferten Interfacetechniken zu hinterfragen. Warum eine Maus? Geht das nicht auch einfacher, intuitiver, natürlicher? Das macht er nicht zum ersten Mal und wir sind uns auch nicht sicher, ob seine Vorschläge nicht vielleicht zu sehr diesen hier (via) ähneln, finden es aber auf jeden Fall sympathisch, wenn traditionierte Interfacetechniken zur Diskussion stehen, radikal nach Benutzerfreundlichkeit gefragt wird und wir dann wieder in voller Härte mitkriegen, dass alles auch anders hätte laufen können. Zukunft ist immer neue Zukunft.

Bild von Aernout Peeters.

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Blu-ray und HD DVD: Ab auf den Formatfriedhof

minidisc

Der Formatstreit zwischen Blu-ray und HD DVD scheint sich zugunsten der blauen Sony-Technik entschieden zu haben. Nicht dass wir das Ganze hart verfolgt hätten, wir dachten einfach leichtsinnig, aber erfahrungsgeleitet, Sony würde sich nie durchsetzten. Die versuchen ja nicht zum ersten Mal ihr eigenes Format durchzudrücken, und das nicht immer mit Erfolg. Wir meinen damit primär die sympatische und erflogfreie Minidisc. Die Universal Media Disc gibt es ja noch. Aber wer kauft den Filme auf UMD für seine PSP? Idioten?

Bild von schoschie

[Nachtrag] Mediale Verfallsgeschichte als Flickr-Album.

Unicode: Alles ist viel Quatsch

Seit dem wir das hier vor einiger Zeit gelesen haben, sind wir bin ich ein Fan des Unicode. Es gibt ja auch die passende Seite dafür. Funktional und schön. Design und Typographie halt. Außerdem ist die Idee einfach super „für jedes sinntragende Zeichen bzw. Textelement aller bekannten Schriftkulturen und Zeichensysteme“ einen digitaler Code festlegen zu wollen. Ein bisschen größenwahnsinnig, aber super. Die De:bug wollte seit dem in jeder Ausgabe eines der (zurzeit) 99.089 genauer vorstellen. Leider hat sie das nicht lange gemacht. Wir wollen das fortsetzten (oder es zumindest genauso ankündigen und dann weiter sehen).

U+2586

Wir steigen ein mit einem ziemlichem Scheiß. Das sagt auch die „open science database“ bzw. Unicode-Fanside Decodeunicode.org. „Lower Three Quaters Block“ heißt das gute Stück Zeichen. Seine Freunde nennen es „U+2586“. Der Kommentar bei decodeunicode zu allen „Block Elements“ (die Familie unseres heutigen Lieblings) lautet dann auch: „One of Unicode’s goals is to provide round trip encoding to and from all existing character set standards. To do this, it must encode some pretty silly stuff.“ Wie richtig. Wer die Welt digitalisieren wollte, hätte es mit einem ganzen Haufen Quatsch zu tun.

Die W-LAN-Bedrohung – nicht für mich!

Mittlerweile ist es also bestätigt, was ich schon immer wusste: W-LAN ist zutiefst böse. Das sagt auch der und der und vor allem die.
Nur doof, dass ich seit Freitag auch ein solches Netz habe. Aber mir kann die Strahlung überhaupt gar nix, ich bin vorbereitet und geschützt. Sofort habe ich meine Router, die verdammte Strahlenschleuder, in eine Kiste gepackt und die auch zu geklebt, zweimal! Dann noch der obligatorische, deutsche Wahrnhinweis drauf. Na, bitte. Wenn da noch was passieren soll, weiß ich auch nicht.

Wiki vs. Mindmap

Da freut sich der bekennende Wiki-Benutzer (an Unis nicht selbstverständlich, „ach Wiki, da darf ja jeder was schreiben“) und frischgebackene Mac-Junge: Der Belgier (?) Dennis Lorson hat das Programm Pathway (nur für Mac) geschrieben, das das Browsen durch die Wikipedia als eine Art Mindmap mitlogt. Dabei ist das Fenster des Programms zweigeteilt, oben der „Path“, unten die Wiki-Seite.
Cool ist vor allem, dass um jedes Artikelstichwort die wichtigsten (?) Links bzw. weiteren Artikel gleich mit angezeigt werden. So kann man teilweise erst mal nur in der Mindmap-Ansicht Verknüpfungen und Wege herstellen und so die verschiedensten Begriffe stichworthaft verbinden, herumschieben und sortieren. Mindestens ein guter Brainstorm.
Muss man probiert haben und mac-only Freeware ist ja eh schon bemerkenswert. Und weil auch Apple froh ist, dass es das gibt, ist Pathway bei den Apple Design Awards in der Kategorie Best Mac OS X Student Product der runner-up. Dasselbe braucht es jetzt noch für das ganz alltäglich Surfen in der Wolke als Browser-Plugin.

„Das ist reine Psychologie“

Als streberhafter Debugabonnent hab ich das zwar schon mal gelesen, aber jetzt, auch weil man hin-linken (?) kann, will ich noch mal drauf hin-weisen (!): (Einer) Der Erfinder der Mp3-Komprimierung Karlheinz Brandenburg wird zu seiner weit reichenden Erfindung befragt. Interessant finde ich vor allem die wissenschaftliche Relativierung der Klangunterschiede zwischen Digitalem und Analogem bzw. genauer zwischen Mp3 und Vinyl. Vor allem scheint mir wichtig, dass es andere Bedingungen (Anlage, Boxen, Raum, usw.) gibt, die viel ausschlaggebender für die Klangqualität sind.

Ein Kampf Vinyl gegen Mp3 ist Schwachsinn. Vinyl hat ne ganze Reihe von Stärken jenseits der Klangqualität. Aber den Vergleich digitaler mit analoger Klangspeicherung halte ich für unerlässlich. Und da ist es doch gut zu hören, dass bei vermehrter digitaler Speicherung von Musik, trotzdem Hoffnung besteht, dass die Klangqualität nicht insgesamt immer schlechter wird, speichert man nur richtig (?). Große Stücke auf loseless Klangspeicherverfahren (flac, ape) scheint Brandenburg nicht zu halten, meine ich rauszuhören.

Ich meine, alles nicht so schlimm mit den Mp3s und Vinyl ist trotzdem geil.

Den öffentlichen Raum taggen

Ich träume ja schon länger von Links zwischen dem Internet und dem Rest des öffentlichen Raums. Mir war dabei aber nicht klar, dass es schon so weit ist. Viele kennen vielleicht die Barcodes, die nicht aus Strichen sondern Pixeln bestehen (vom Bahn-Ausdruck-Ticket z.B.). Ein möglicher Standart dafür ist der QR-Code, in den sich bis zu 250 Zeichen packen lassen. Wirklich web-zwei-null-mässig wird es jetzt aber dadurch, dass schon einige kostenlose Reader für gewöhnliche Fotohandys zu haben sind, zB. von kaywa oder beetag. Und erzeugen kann man die Dinger auch ganz leicht online. Laut Heise sind die Japaner schon längst drauf und diverse Firmen setzten auch für Europa größte Marketinghoffungen in die neue Technik. Natürlich braucht der Spaß noch billigere/kostenlose Möglichkeiten des mobilen Internets, damit die Codes wirklich zu Links werden können, aber dorthin ist es ja hoffentlich nicht mehr lang/weit.
Anwendungsgebiete für mich scheinen vor allem auf der Strasse zu liegen. Taggen ist ja auch erstmal mit Graffiti verbunden, aber eben nicht dirkt mit dem Internet. Einerseits ist es einfach cool kleine Texte in Form solcher Codes anzubringen, andererseits ist da eben noch die Möglichkeit, dass die Codes direkt als Links funktionieren. Kleine touristenartige Hinweise an besonderen Gebäuden oder Plätzen. Der Streetart-Kleber verweist auf seine Internetseite oder sogar auf die eigentliche Kunst, die nur im Netz zu finden ist. Der Bloger kennzeichnet einen Ort, über den er geschrieben hat. Leicht zu verwendende Links in und aus der Wirklichwelt sind spitze!

Das Bild ist im Übrigen die URL dieses Blogs. Loß schon, testet es!

PS: Spannend fand ich beim Schreiben auch, dass man das Nicht-Internet begrifflich gar nicht richtig differnzieren kann. „RealLive“ ist scheiße, weil das, was wir im Internet tun ja auch real ist. Gerade dann im Zusammenhang mit solchen oder anderen Links von der Srasse ins Internet stellt sich doch die Frage, wo das Internet eigentlich aufhört.