Archive for the 'öffentlichkeit' Category

Neue Wörter: Neuer Name für neues Recht

floppy

Aus dem Debug-Waldt ruft es nach einem Namen für unser aller neustes und liebstes Kind, dem süßen, kleinen „Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme„. Und weil der Name eben gar nicht so süß klingt, wie er sollte, muss ein neuer her. Weniger Hubert, mehr Amélie.

Der große Bruder des Neugeborenen (sie haben ja zumindest einen gemeinsamen Elter) hört auf den Namen „Recht auf informationelle Selbstbestimmung„, was wir einigermaßen griffig finden. Mit dem neuen Kind ist jetzt wohl eher sowas wie der Schutz vor Computer- oder Datenfriedensbruch gemeint. Es geht um die Unverletzlichkeit privater Datensysteme, um einen Schutz vor „heimlicher Infiltration eines informationstechnischen Systems„. Also: Recht auf Datenfrieden? Naja, vielleicht…

Bild von RaeA.

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CSU? Noch nicht gehört.

Ha, das haben wir ja noch nie gehört. Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli, die Nemesis von Edmund Stoiber, hat als medienwirksamen Teil ihrer Kandidatur für den CSU-Parteivorsitz vorgeschlagen Ehen immer auf sieben Jahre befristet zu schließen. Wir wissen nicht, ob man dann überhaupt noch schließen sagt und nicht vielleicht vereinbaren oder sich einigen auf. Noch weniger wissen wir, ob die Frau Pauli noch weiß, in welcher Partei sie Mitglied ist. Die Idee finden wir zwar radikal, aber gar nicht so abwegig, doch als Teil einer Kandidatur für die Führung der CSU kann sie doch nur ein Witz sein. Oder Medienfängerei (und wir machen hier auch noch mit). Upgrade zu ihrer Softpornoaktion. Gibt es eigentlich irgendwo eine Agentur für solche komischen grenzwertigen Sommerloch-Ideen? Demnächst bewirbt sich jemand für die Parteispitze der NPD mit einem Entwurf für ein Holocaust-Denkmal. Vielleicht können wir doch noch hoffen für die Politik.

PS: Untertitel zu Edmund Stoibers Seite ist „Handeln statt Reden“. Weiß der den nicht, dass Reden auch Handeln ist, oder ist das einfach die Aus-rede für Stoibers Mangel an rhetorischer Sicherheit?

Den öffentlichen Raum taggen

Ich träume ja schon länger von Links zwischen dem Internet und dem Rest des öffentlichen Raums. Mir war dabei aber nicht klar, dass es schon so weit ist. Viele kennen vielleicht die Barcodes, die nicht aus Strichen sondern Pixeln bestehen (vom Bahn-Ausdruck-Ticket z.B.). Ein möglicher Standart dafür ist der QR-Code, in den sich bis zu 250 Zeichen packen lassen. Wirklich web-zwei-null-mässig wird es jetzt aber dadurch, dass schon einige kostenlose Reader für gewöhnliche Fotohandys zu haben sind, zB. von kaywa oder beetag. Und erzeugen kann man die Dinger auch ganz leicht online. Laut Heise sind die Japaner schon längst drauf und diverse Firmen setzten auch für Europa größte Marketinghoffungen in die neue Technik. Natürlich braucht der Spaß noch billigere/kostenlose Möglichkeiten des mobilen Internets, damit die Codes wirklich zu Links werden können, aber dorthin ist es ja hoffentlich nicht mehr lang/weit.
Anwendungsgebiete für mich scheinen vor allem auf der Strasse zu liegen. Taggen ist ja auch erstmal mit Graffiti verbunden, aber eben nicht dirkt mit dem Internet. Einerseits ist es einfach cool kleine Texte in Form solcher Codes anzubringen, andererseits ist da eben noch die Möglichkeit, dass die Codes direkt als Links funktionieren. Kleine touristenartige Hinweise an besonderen Gebäuden oder Plätzen. Der Streetart-Kleber verweist auf seine Internetseite oder sogar auf die eigentliche Kunst, die nur im Netz zu finden ist. Der Bloger kennzeichnet einen Ort, über den er geschrieben hat. Leicht zu verwendende Links in und aus der Wirklichwelt sind spitze!

Das Bild ist im Übrigen die URL dieses Blogs. Loß schon, testet es!

PS: Spannend fand ich beim Schreiben auch, dass man das Nicht-Internet begrifflich gar nicht richtig differnzieren kann. „RealLive“ ist scheiße, weil das, was wir im Internet tun ja auch real ist. Gerade dann im Zusammenhang mit solchen oder anderen Links von der Srasse ins Internet stellt sich doch die Frage, wo das Internet eigentlich aufhört.

Gehste heute zum Anti-Bush-Schwarm? (Neuewörter 01)

Gab’s so was denn schon mal in Deutschland oder sonst irgendwo? In Bulgarien schon: nämlich eine Demonstration gegen die Schließung des größten bulgarischen BitTorrent trackers arenabg.com. TorrentFreak nennt das „Human BitTorrent Swarm“. Und in der Tat, solche Real-Life-Schwärme sollte es öfters geben. Vielleicht nächstes Mal woanders und wirklich nach Torrentfiles geordnet: Auf der einen Seite „Heroes“, auf der anderen Paris Hiltons neuster Softporno. So viel Zivilcourage stell ich mir toll vor.

Überhaupt: Ich schlage „Schwarm“ als neue Bezeichnung für eine Gruppe Demonstrierender vor.

(das bild eines roten schwarms ist ist von fotomba)