Joost fängt an – Hausmusik hört auf

„Es ist heute also zugleich besser und schlechter“, hat Niklas Luhmann mal in einem Interview gesagt. Zugegeben, Joost und Hausmusik nehmen sich ökonomisch wohl nix, aber es ist schon bemerkenswert, wie die Veränderungen der Unterhaltungsmedien-Medien hier sichtbar werden.

Joost, eine große Hoffnung für die, die sich auf Internetfernsehen freuen, ist seit heute in der open-beta-Phase. Die Software gibts für Windows und Mac. Bemerkenstwert ist an Josst – für die de es nicht kennen – erstens, dass der Service die Verbreitung seiner Videos unter anderem über P2P-Technik verwirklicht. Das finden wir insofern wichtig, als dass das coole Prinzip des P2P eine weitere legale Anwendung findet und so nicht mehr nur mit Diebstahl gleichgesetzt werden kann. P2P ist nämlich nicht von sich aus böse, wie manche glauben, selbst wenn man „freies“ Filesharing nicht gut heisst. Zweitens hat Joost nicht die schlechtesten Lizenzgeber am Start, nämlich unter Anderen Comedy Central, MTV und Paramount Pictures (bei Heise steht, dass die hier letztgenannte Partnerschaft zB. dazu führt, „dass einige komplette deutschsprachige Spielfilme – darunter „Star Trek: Der Aufstand“, „Die Stunde der Patrioten“ und „The Italian Job“ – auf Zuschauer warten“. Das klingt doch nicht schlecht. Allerdings berichtet Heise auch, dass die Bildqualität (bisher?) nicht richtig toll ist. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, um zuzugeben, dass wir Joost noch nicht selber getestet haben, dass das hier also alles gefährliches Halbwissen ist. Wie immer und überall: Vorsicht, bitte.

Jetzt der weniger nerdige, dafür traurige Teil der Nachricht: Wir haben auf der Seite der Zeit gelesen, dass das Label, der Vertrieb und der Plattenladen Hausmusik aufhören das zu tun, was es/er solange bewundert gemacht hat. Genauer ist es der Gründer Wolfgang Petters, der die Geschäfte einstellen muss um der Pleite zu entgehen. Schlimm könnte das Ganze dann auch noch für die von Hausmusik vertriebenen Label werden. Es sagt auf jeden schon einiges, wenn einer der Großen, der Kleinen, aufhört, und das in der so genannten Medienstadt München. Wenn diese Niederlage wenigstens von einem entsprechenden Höhenflug der digitalen Musikverkäufe begleitet wäre, aber leider sind es scheinbar vor allem große Ketten, die die kleinen Läden ersetzten, dann aber unfähig sind, irgendwie chartferne Popmusik zu verkaufen. Den pickligen Verkäufer vom Mediamarkt und seinen Kollegen würden wir auch nicht nach den neuesten Releases und seiner Meinung dazu fragen. Schade insgesamt. Es bleibt spannend, was die schon wieder neue Zukunft bringt.

Foto von steinhobelgruen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s





%d Bloggern gefällt das: